05.09.2026
Sprudelwasser ohne Süßstoff: So liest du die Zutatenliste richtig
Aromatisiertes Wasser ist eine der am schnellsten wachsenden Kategorien im Getränkeregal – und eine mit besonders unklaren Etiketten. „Mit natürlichem Aroma“ steht auf fast jeder Flasche. Was das rechtlich bedeutet, wissen die wenigsten.
Aroma, natürliches Aroma, natürliches X-Aroma
Die EU-Aromenverordnung 1334/2008 kennt mehrere Stufen, und die Wortwahl auf dem Etikett ist kein Zufall:
- „Aroma“ ohne Zusatz: darf synthetisch hergestellt sein.
- „Natürliches Aroma“: muss vollständig aus natürlichen Ausgangsstoffen gewonnen werden – aber nicht zwingend aus der Frucht, nach der es schmeckt.
- „Natürliches Zitronenaroma“: mindestens 95 Prozent des Aromabestandteils müssen tatsächlich aus Zitrone stammen.
Der Unterschied zwischen den letzten beiden ist der wichtigste. Ein „natürliches Aroma“ mit Erdbeergeschmack darf aus ganz anderen natürlichen Quellen kommen als aus Erdbeeren.
Die Reihenfolge verrät das Rezept
Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Bei aromatisiertem Wasser sollte Wasser also an erster Stelle stehen. Steht Zucker oder Fruchtsaftkonzentrat auf Platz zwei, ist das kein Wasser mit Geschmack mehr, sondern eine Limonade.
Je kürzer die Liste, desto weniger gibt es zu erklären. Acht oder mehr Zutaten sind bei einem Getränk, das im Kern aus Wasser besteht, ein Hinweis darauf, dass Geschmack, Farbe und Haltbarkeit nachgebaut wurden.
Süßungsmittel: Pflichtangabe an zwei Stellen
Wenn Süßstoffe drin sind, kann der Hersteller das nicht verstecken. Direkt bei der Produktbezeichnung muss „mit Süßungsmittel“ stehen, und in der Zutatenliste tauchen sie namentlich oder als E-Nummer auf – Acesulfam-K (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Sucralose (E 955), Steviolglycoside (E 960).
Auch pflanzliche Süßstoffe sind Süßstoffe. Stevia wird gern als natürliche Alternative beworben; die daraus gewonnenen Steviolglycoside sind trotzdem ein zugelassener Zusatzstoff mit E-Nummer.
Farbstoffe
Ein klares Getränk braucht keine. Wenn ein Wasser kräftig rot oder gelb ist, kommt die Farbe meistens nicht aus der Frucht. Such nach dem Wort „Farbstoff“, nach Namen wie Anthocyane oder Betanin, oder nach E-Nummern zwischen 100 und 180.
Der kurze Weg
Du musst dir nichts davon merken. Es reicht, die Zutatenliste zu lesen und zu zählen. Mehr als fünf Zutaten lohnen einen zweiten Blick. Und wenn irgendwo „mit Süßungsmittel“ steht, weißt du Bescheid.
Bei C°LD sind es vier: österreichisches Wasser, natürliche Aromen, Fruchtkonzentrat und Kohlensäure. Keine Süßungsmittel, keine Farbstoffe. Die fünf Sorten unterscheiden sich allein im Aroma.
